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Eine Kleine Nachtphysik

By (author) Wolfgang Rossler
Genres: Physics
Format: Book
Language: German
Publisher: Birkhauser Verlag AG, Basel, Switzerland
Published: 31st Dec 2006
ISBN-10: 3764377437
ISBN-13: 9783764377434
Barcode No: 9783764377434
Synopsis
Physik hat viel zu erzahlen: Erfolg und Misserfolg, Hoffnung und Enttauschung. Der Autor erzahlt die Geschichte der Personlichkeiten, die sie pragten, im Kontext ihrer Zeit. Den roten Faden knupfen Ideen, verbunden mit fassettenreichen Ereignissen und der spannenden Biografie ihrer Erfinder. Von Newton, Galilei und Huygens zu Einstein, Feynman, Fermi und Bohr. Von den Anfangen, zur Frage nach dem Wesen von Raum und Zeit, von Faraday und Maxwell zu Schrodinger, Dirac, Heisenberg und Pauli. Vom Atom zur Quantenmechanik, von den ersten Beobachtungen des Sternenhimmels bis hin zu den Entdeckungen der modernen Astronomie und Kosmologie."

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Selten habe ich mich so uber den lustigen Titel eines Buches gefreut. Was wird da alles erzahlt werden? Welche Geschichten aus dem Leben der "Grossen" der Physik werden wir wieder aufgetischt bekommen? Autor Wolfgang Rossler hat mit "Eine kleine Nachtphysik - Geschichten aus der Physik" grundlich seine Hausaufgaben gemacht! Es ist eine Freude in den einzelnen Kapiteln mehr uber Personen wie Niels Bohr, Wolfgang Pauli, Albert Einstein und viele mehr zu lesen. Wir erfahren Geschichten aus dem Alltag, uber ihren Humor, und wie sie oftmals verzweifelt einen Weg suchten. Der Autor stellt vor allem den Menschen in den Mittelpunkt seiner Geschichten. Interessant war beispielsweise die Kurzgeschichte des jungen Richard Feynman wahrend eines Spazierganges mit seinem Vater: Sie beobachteten einen Vogel und sein Vater, der den Namen des Vogels in vielen Sprachen zitierte (doch alle erfand), beeindruckte damit offenbar seinen Sohn. Dieser beschloss den Ausflug aber mit dem Hinweis: "Es nutzt uns nichts den Namen in 20 Sprachen zu kennen, wir wollen den Vogel selbst beobachten, um zu sehen, was er macht - denn darauf kommt es in Wirklichkeit an." Die Geschichten - jeweils ein Kapitel - sind in sich abgeschlossen und zeigen oftmals nette Uberraschungen auf. So ist es hubsch zu sehen, wie die Relativitatstheorie und die dazu geschriebenen Bucher der Jahre 1920 bis 1935 so unterschiedliche Menschen wie Dirac, Heisenberg und Feynman zur Physik fuhrten. Nur ein Kapitel weiter erfahren wir, wer dann zur Antrittsvorlesung von Richard Feynman in Princeton kam. Es waren John von Neumann, Albert Einstein und Wolfgang Pauli und seine anfangliche Nervositat - durchaus verstandlich - wird denkbar eindrucklich geschildert. In einer weiteren Geschichte erzahlt Rossler uber Wolfgang Pauli und den "Pauli-Effekt," nach dem es unmoglich sei, dass sich Wolfgang Pauli und ein funktionierendes Gerat im gleichen Raum befanden! Auch hierzu sind einige Geschichten aufgeschrieben, bei denen ich ein Schmunzeln nicht verbergen konnte. Dirac und seine Berufung auf den Lucasischen Lehrstuhl in Cambridge ist ebenfalls eine Erwahnung wert (heute ist Stepen Hawkins auf diesen Lehrstuhl, und schon Isaac Newton hatte ihn inne) - inklusiver einer Papagei-Geschichte, die eine sehr gute Pointe enthalt und somit auch Dirac sehr gut charakterisiert. Im Kapitel "Weltbilder" wird uns dann von Aristarch von Samos berichtet, der wohl als erster behauptet hatte, dass sich die Erde um die eigene Achse und zugleich um die Sonne dreht. Aristarch hatte auch schon viele astronomische Distanzen "fast" richtig errechnet - etwa die Entfernungen Erde-Mond und Erde-Sonne, bei der er um rund eine Zehnerpotenz falsch lag. Die Geschichte der Berechnung des Erdumfanges von Erasthostenes ist dagegen bekannt und wird auch im Buch in Einzelheiten beschrieben. Das Kapitel schliesst mit Bemerkungen aus dem Leben von Galilei und wie er dem Kopernikanischen Weltbild hat abschworen mussen. Bestechend sind die einzelnen Themen wie "Komplementaritat - die beiden Seiten einer Wirklichkeit" oder "Der Rontgen ist wohl verruckt geworden." Die Vielfalt der Geschichten, die lockere Art der Erzahlung und die zahlreichen kleinen Details aus dem Leben der Akteure machen das Lesen wahrlich zu einem grossen Vergnugen! Was ich vermisste, waren allerdings eine Zeittafel, damit man sieht, wie alt die Protagonisten bei ihren Treffen waren, eine Tafel der Solvay-Konferenzen mit Ort, Jahr und Teilnehmern sowie eine Tafel der Nobelpreise. Der Leser legt das Buch nicht gerne aus der Hand: Die Personen haben plotzlich Fleisch und Blut bekommen, und man wurde gerne so manche zum (fiktiven) Abendessen einladen. Richard MischakDer Rezensent ist habilitierter Mathematiker an der Fachhochschule Salzburg"